"Pausen-Brot" – Schulfrühstück satt und gesund

  • Wir bieten mit unserem Projekt den Schüerinnen und Schülern verschiedener Schulen im Landkreis Meißen einmal wöchentlich ein kostenloses, gesundes und schmackhaftes Frühstück an.
  • Zu unseren Kooperationspartnern gehört die Pestalozzi-Oberschule Meißen, die Schule für geistig Behinderte "An der Nassau" Meißen, sowie die Schule für Erziehungshilfe Priestewitz.
  • Seit dem Projektbeginn 2013 konnten wir erfolgreich über 200 bedürftige Kinder erreichen und einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsentwicklung und Sozialisation leisten.
  • Als gemeinnützige Stiftung sehen wir uns in der Verantwortung bei sozialen Benachteiligungen aktiv zu werden und durch unser Engagement gesellschaftliche Entwicklungen anzustoßen.
  • So möchten wir als Träger der Jugendhilfe ein fester Bestandteil von Präventionsketten sein, um Verantwortung für heranwachsende Generationen zu übernehmen.

Warum engagieren wir uns?

Das laufende Projekt „Pausen-Brot“ entstand auf Initiative des Landkreises Meißen. Den Anstoß dazu gab eine Studie zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern im Landkreis Meißen.

Das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Erhebung signalisierte einen eindeutigen Handlungsbedarf, da Zusammenhänge zu verschiedenen Problemlagen ersichtlich wurden.

Viele Schüler werden von Ihren Eltern nicht ausreichend versorgt und kommen ohne ein ausreichendes Frühstück in die Schule. Am Mittagessen können diese Kinder oft nicht teilnehmen, weil das Essengeld von den Eltern nicht bezahlt worden ist.

Grund für diese andauernde Unterversorgung ist die mitunter sehr schlechte Finanzsituation einiger Erziehungsberechtigten, aber auch das mangelhafte Bewusstsein über die Notwendigkeit einer gesicherten, ausgewogenen und gesunden Ernährung.

Wir haben deshalb in Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Bildung und Beschäftigung Meißen das Projekt „Pausen-Brot“ entwickelt und realisiert.


Wir wollen:

  • durch ein gesundes und nahrhaftes Frühstück die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft fördern
  • dass ein Schulfrühstück zum Wohlbefinden beitragen kann und auf die Erziehungs- und Bildungsaufgaben positiv einwirkt
  • für ein gesundes, schmackhaftes und gemeinschaftliches Essen, sowie bewusste Ernährung und gemeinschaftliches Erleben begeistern
  • eine von der sozialen Herkunft und den finanziellen Ressourcen unabhängige Teilnahme
  • Nachhaltigkeit mit der generationenübergreifenden Teilhabe, mit dem Einbezug der Eltern und Lehrer erreichen
  • die Öffentlichkeit sensibilisieren, um langfristig und dauerhaft unser Anliegen umzusetzen
  • früh präventiv tätig werden, indem wir bei Benachteiligungen, Chancenungleichheiten und Problemlagen intervenieren.
Glückliche Schulkinder - satt und gesund!

Wie läuft das Projekt?

Es ist kurz vor zehn, Frühstückspause in der Pestalozzi-Oberschule Meißen.

Es ist kurz vor zehn, Frühstückspause in der Pestalozzi-Oberschule Meißen. Die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen strömen in den Flachbau neben der Schule. Jeden Dienstag erwartet sie hier ein reichhaltiges Frühstücksbuffet.

Die Hauswirtschaftsmeisterin Katrin Diemert und ihre Auszubildenden von der Stiftung Soziale Projekte Meißen haben gesunde Lebensmittel in appetitlichen Häppchen vorbereitet: Vollkornbrot, mundgerecht geschnittenes Obst und Gemüse, Quarkspeisen mit Kräutern, frischer Apfelsaft und mehr warten darauf gegessen zu werden.

Während die Kinder am Gemüse knabbern, Brot mit hausgemachter Marmelade essen und selbstgemachten Apfelmus genießen, lernen sie ganz nebenbei, was ein gesundes Frühstück ausmacht.

Die Fünftklässler dürfen selber gesunde Zutaten für die nächste Frühstückspause vorschlagen. Zwei bis drei Schüler sind im Wechsel aktiv dabei, wenn das Buffet für ihre Klassenkameraden vorbereitet wird: „Sie erfahren, wie ein leckeres Frühstück zubereitet wird und können so die positiven Erfahrungen und Anregungen mit nach Hause nehmen“, erklärt Katrin Diemert.

Es wird auf ein gesundes und ausgewogenes Frühstück geachtet, indem mit selbst hergestellten frischen Produkten, Salaten, selbstgebackenem Brot, Brotaufstrichen und eigens hergestellten Getränken gearbeitet wird.


Wie können Sie uns unterstützen?

Bei den Schülern kommt das Projekt sehr gut an. Besonders die Jüngeren nutzen das Angebot gern, obwohl hier vor allem Obst, Gemüse und andere Sachen auf den Tisch kommen.

Damit das Projekt „Pausen-Brot“ auch weiterhin eine Zukunft hat und noch mehr Kinder das Angebot nutzen können, sind wir auf Ihre Unterstützung, Ihre Zuwendungen, Ihre Spenden angewiesen.

Spenden sind herzlich willkommen

Helfen Sie uns mit Sach- oder Geldspenden und übernehmen Sie mit uns gemeinsam soziale Verantwortung!

Spenden

"Pausen-Brot" in Medien


"Satt und gesund" mit Dr. Reinhard Kretzschmar - 2014

"Satt und gesund" in der Pestalozzi Schule - 2013

"Kinder erhalten Frühstück in der Schule" – Sächsische Zeitung vom 15.10.2013

Die Fünfklässler der Pestalozzi-Oberschule bereiten künftig einmal in der Woche ein gemeinsames Frühstück vor und lassen es sich anschließend schmecken. Das Projekt beginnt in der Schule als Modellvorhaben, später wird sich auch die Förderschule für geistig Behinderte Meißen beteiligen. Die Vorbereitung des Frühstücks und Anleitung der Schüler übernimmt die Hauswirtschaftsmeisterin der Stiftung Sopro Meißen Katrin Diemert gemeinsam mit Lehrlingen aus dem Bereich Hauswirtschaft.

Den Anstoß für das Projekt gab eine Studie zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern im Landkreis Meißen. Dabei stellte sich heraus, dass immer mehr Kinder ohne Frühstück zur Schule kommen, nicht ausreichend oder ungesund essen und dadurch Leistungsdefizite und häufig auch ein erhöhtes Aggressionspotenzial entstehen. Durch das gemeinsame Frühstück und das Kennenlernen gesunder Rezepte sollen die Schüler diese positiven Gewohnheiten auch in die Familien tragen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Landkreis Meißen hat dazu eine Anschubfinanzierung in Höhe von 4 000 Euro zur Verfügung gestellt. Einige Lebensmittel stammen aus der Stadtgärtnerei der Sopro und es gibt erste Sponsoren für das Projekt.

"Mit Frühstück im Bauch lernt sich´s besser" – Großenhainer Zeitung vom 5. April 2014

Viele Schüler kommen ohne Pausenbrot in die Schule. Die Stiftung Soziale Projekte tut etwas gegen diesen Trend.

Kurz vor neun Uhr, Getrappel im Flur. Ein gutes Dutzend Kinder stürmt in den Essenraum. "Guten Morgen, Kinder", ruft Katrin Diemert. "habt ihr schön Hunger?" Stimmengewirr. "ja" und "nein" gehen durcheinander. "du bist doch mein Stammkunde", sagt Diemert zu einem der Neinsager. Der steht schon mit seinem Teller am Buffet, stapelt Brotscheiben, Wurst, Käse und Kohlrabistücke darauf. Klar hat er Hunger, deshalb ist er hier.

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder den Vormittag über nicht hungern müssen. Ist es aber nicht. Laut einer Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse verlässt in Deutschland jedes sechste Kind das Haus mit leerem Magen. Auch das Meißner Landratsamt hat in einer Studie festgestellt, dass viele Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen – und ohne Pausenbrot in der Tasche.

Deshalb ist die Hauswirtschaftsmeisterin Katrin Diemert an diesem Morgen hier, in der Schule für Erziehungshilfe in Priestewitz. Damit der Tisch gedeckt ist, pünktlich halb neun, ist sie in aller Herrgottsfrühhe aufgestanden. Manches hat sie tags zuvor vorbereitet. Ab 5.30 Uhr stand sie dann wieder in der Küche, zusammen mit ein paar Helfern: Radieschen waschen und schneiden, Erdbeerjoghurt zubereiten und einen Käsesalat mit Senf-Honig-Marinade.

"Ich mag am liebsten Gemüse"

Viele frische Produkte kommen aus der Meißner Stadtgärtnerei, bald soll es außerdem einen Kräutergarten geben und eine Möglichkeit, eigenes Brot zu backen. Den Rest kauft Katrin Diemert im Angebot bei Lidl, dieses Mal zum Beispiel waren die Erdbeeren günstig. Pro Kind und Frühstücksportion rechnet sie mit 60 bis 80 Cent.

In der Schule für Erziehungshilfe in Priestewitz sind zunächst die erste und die dritte Klasse dran. Ein Junge, er heißt Florian, legt sich mehrere Kohlrabistücke auf den Teller, sonst nichts. Er sagt tatsächlich: "Ich mag am liebsten Gemüse". Aber Kohlrabi ist doch so hart? "Das muss ja auch so sein", sagt Florian. Seine Lehrerin hilft unterdessen der sechsjährigen Angelique dabei, ein Brot mit Butter zu beschmieren. Das Mädchen mit raspelkurzen Haaren, dem offenen Grinsen und dem pinkfarbenen Pulover beißt herzhaft hinein. Schmeckt's? Angelique nickt wild.

Als Christa Arlt, Geschäftsführerin der Stiftung Soziale Projekte in Meißen, hörte, dass manche Kinder den ganzen Tag über nichts essen, lief es ihr kalt den Rücken hinunter. Sie fragte sich: "Wie kann man dafür sorgen, dass sowas in einer reichen Gesellschaft nicht vorkommt?" Eine Antwort darauf ist die Aktion "Pausen-Brot", die im vergangenen September gestartet ist. Einmal pro Woche lädt die Hauswirtschaftsmeisterin Katrin Diemert ihr weißes Kastenauto mit gesunden Leckereien voll und fährt an eine Schule, um dort mit den Schülern zu frühstücken. 10 000 Euro betrug die Anschubfinanzierung vom Landkreis, immer wieder gibt es Spendenaktionen. Drei Schulen sind bisher mit dabei: die Pestalozzi-Oberschule in Meißen, die Förderschule für geistig Behinderte in Meißen und die Schule für Erziehungshilfe in Priestewitz.

Butter, so weiß Katrin Diemert, geht gut in Priestewitz. In den vergangenen Monaten hat sie so ihre Erfahrungen gemacht, was wo wie ankommt. "Hier zum Beispiel sind sie ganz verrückt auf Kuchen". An diesem Tag hat sie einen Streuselkuchen mit Marmelade mitgebracht. Einmal kam nach dem Frühstück ein Junge zu ihr und wollte das Kuchenrezept haben. Er sagte: "Das kann ja meine Mutti auch mal machen". Inzwischen kennt Katrin Diemert auch schon die individuellen Vorlieben ihrer Pappenheimer. Sie kennt Wurst-Leon, Kuchen-Luca und Zuckerrübensirup-Lilli.

"Manche Schüler haben immer ein reichhaltiges Früchtück dabei, mit Obst", sagt die Lehrerin Sylke Günzl. Manche kämen aber auch nur mit einem Toast oder einem trockenen Brötchen in die Schule, dazu ungesunden, süßen Eistee. Wieder andere hätten einfach gar keinen Appetit. "Bei uns an der Schule kommt dazu, dass manche Kinder Medikamente nehmen, die leiden dann an Appetitlosigkeit". Sie achte in solchen Fällen darauf, dass die Schüler wenigstens ein paar Bissen essen.

Um 9.30 Uhr wischt Katrin Diemert die Tische ab. Die nächste Schicht kann kommen – und das tut sie. Sechste Klasse, Coolness, Stimmbruch und demonstrative Lustlosigkeit. "Erdbeerjoghurt, Jungs?", fragt Diemert. "Nein", entgegnet einer, "viel zu fett". Sein Freund holt sich dafür gleich drei Schnitten Brot, auf die er dick Butter schmiert. Und wieder zeigt sich, dass die Priestewitzer Schule eine Kuchen-Schule ist. Einer nimmt zwei Stück – und wird prompt ertappt. "He, nur ein Stück für jeden", ruft sein Klassenkamerad.

Quelle: SZ/Anna Hoben

Kontakt für Projekt "Pausen-Brot – satt und gesund"

Silke Grünert
Nossener Str. 46, 01662 Meißen

Telefon 03521 - 476 76 60 | Fax 03521 - 476 76 88
E-Mail hauswirtschaft@sopro-meissen.de